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Prof. Dr. Oliver Nachtwey

Department of Social Sciences
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Contentious Non-Compliance with Pandemic Response

Research Project  | 4 Project Members

Die in der COVID-19 Pandemie erlassenen Verhaltensvorschriften zum Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen stiessen in mehreren, wenngleich nicht allen europäischen Staaten auf Protest. Gerade in den deutschsprachigen Ländern erwies sich die in der Folge etablierte Protestbewegung als ausgeprägt und langlebig. Hierbei bildeten sich neue, alltägliche Formen des Protests heraus, wie etwa die Weigerung Masken zu tragen oder sich zu impfen. Wir definieren dieses Ensemble alltäglicher Proteste gegen das Pandemieregime als "Contentious Non-Compliance" (CNC). CNC kann als eine Form der Contention verstanden werden, die Praktiken des Widerstands gegen Verhaltensanweisungen an eine Lebensform integriert. Im Gegensatz zu strukturell-induzierten Formen der Non-Compliance (die z.B. durch ein niedrigeres Bildungsniveau, Sprachbarrieren oder diskriminierende Erfahrungen bedingt sind), hat CNC einen dezidiert politischen Charakter. Das Forschungsprojekt «Contentious Non-Compliance with Pandemic Response» setzt die umfangreiche Coronaprotestforschung am Lehrstuhl für Sozialstrukturanalyse fort.

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Der Schweizer Klimastreik. Woher kommt und wohin geht die Jugendbewegung?

Research Project  | 5 Project Members

Weltweit entstanden seit Mitte 2018, mit Greta Thunbergs Schulstreiks als Vorbild, Jugendbewegungen unter dem Motto Fridays for Future , die für einen starken Klimaschutz angesichts des globalen Klimawandels protestierten. Auch in der Schweiz existiert mit dem «Klimastreik» ein Teil dieser Bewegung, die auch hierzulande vor allem von Schüler*innen und Student*innen getragen wird. Seit zwei Jahren bildet der Klimastreik den präsentesten Teil der Klimabewegung in der Schweiz. Ziel der Studie ist es, den persönlichen und politischen Hintergrund derjenigen Personen zu erheben, die sich der Bewegung zugehörig fühlen und so einen empirischen Überblick über die politischen Stossrichtungen der Bewegung zu ermöglichen.

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Unions in the postal services of the future

Research Project  | 3 Project Members

Die Studie beschäftigt sich mit der Veränderung industrieller Beziehungen im Post- und Logistiksektor vor dem Hintergrund fortschreitender Digitalisierungsprozesse in verschiedenen Regionen der Welt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich der Einsatz digitaler Technologien in diesem Sektor in gewerkschaftlichen Strategien widerspiegelt. Das Projekt hat zum Ziel den Status quo und regional verschiedene Entwicklungsprozesse zu erfassen, wobei die Auswirkungen auf gewerkschaftliche Arbeit im Vordergrund stehen. Die Studie untersucht, welche digitalen Technologien bislang eingesetzt sind, inwiefern sich regional unterschiedliche Entwicklungen in der Digitalisierung des Sektors abzeichnen, wie diese die Arbeitsbedingungen und den Arbeitsmarkt beeinflussen und mit welchen resultierenden Konflikten sich die Gewerkschaften in ihrer Arbeit bereits auseinandersetzen. Methodisch stützt sich die Studie auf eine Befragung von Gewerkschafter*innen in über 100 Ländern. Dadurch können erstmals global Daten erhoben werden zum Umgang von Gewerkschaften mit der digitalen Transformation im Post- und Logistiksektor.

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Digital alienation and appropriation of work: Experiences of alienation in digital service work

Research Project  | 5 Project Members

The digitization of the working world can be understood as a driver of a fundamental structural change in work. Many questions have arisen about the increase of heteronomy when using algorithms, about the loss of work time autonomy, about new forms of work fragmentation, or about changes in social relationships. In order to grasp such problematic developments, current discourse has come to employ the keyword 'alienation' to describe the changes of work in a digital age. The value of such a concept in the context of digital work lies in an exploration of problems that go beyond possible losses of autonomy and include questions such as the loss of meaning in work, changing social relationships in work contexts, as well as changing self-conceptualizations. So far, elaborations on the concept of alienation and its potentials have been mostly limited to social-philosophical works. An empirical analysis of the concept in the field of digital work remains largely absent. This project seeks to remedy this by examining digital alienation in detail, focusing on experiences of alienation and appropriation efforts of workers at various levels of qualification in digital forms of work. Because alienation was mainly investigated in low-skilled fields of industrial work in the past, little is known about the alienation potentials of digital service work. To close this gap, the project examines digital service work in the old and new, digital economy. The aim of the project is the development of an empirically founded concept of digital alienation in work. A central question is in how far digital work across a number of different occupational groups in the service sector correlates to specific experiences of alienation. This is done by using an innovative form of access to subjective alienation experiences that differs between several levels of experiences of alienation (biographical, body-emotional, practically-acting, critical-evaluative). The study aims at garnering insights into the experiences of employees at different levels of qualification in order to retrace the ways in which alienation potentials in digital work are interpreted and coped with. This will lead to the development of a new, profound definition of digital alienation directly relating to worker experiences. A qualitative research approach is used in which interviews and group discussions with employees in service work are conducted. It examines highly qualified, qualified and low-skilled employees in the field of service work. By this, the project combines theoretical, methodological and empirical questions of alienation research and aims to reconceptualize alienation as a category of sociology of work. Furthermore, the project aims at combining different approaches to alienation from sociology, psychology and philosophy. These connections allow the concept of alienation to become a useful tool for describing social problems.

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Halb-Wahrheiten. Wahrheit, Fiktion und Konspiration im 'postfaktischen' Zeitalter

Research Project  | 6 Project Members

Das Projekt, das am 1.9.2019 startet und vier Jahre laufen wird, beschäftigt sich mit der Funktion, Verbreitung und Evolution von Halbwahrheiten im sogenannten 'postfaktischen' Diskurs und allgemeiner mit der Frage, wie dort das Fiktive im Faktualen heimisch wird. Zwei Teilprojekte untersuchen Beispiele aus dem Kontext des gegenwärtigen deutschen Rechtspopulismus: Das Projekt Konspirative Halbwahrheiten. Pegida-Diskurse in den sozialen Netzwerken untersucht die Kommunikation von Pegida-Anhängern auf Facebook und Twitter und legt das Augenmerk insbesondere auf Konspirations- und Katastrophennarrative. Das Projekt Analoge Verschwörungen. Paranoia, Fiktion und Populismus in der Postdemokratie untersucht konspirative Erzählungen in Sachtexten, Belletristik und Veranstaltungen rechtspopulistischer Publikationsorgane.