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Dr. Gerhard Hotz

Department of Environmental Sciences
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Mobilität, Sozialstrukturen und Lebensweise im spätantiken Basilia und im frühmittelalterlichen Bazela

Research Project  | 7 Project Members

Im Rahmen des Projekts «Mobilität, Sozialstrukturen und Lebensweise im spätantiken Basilia und im frühmittelalterlichen Bazela » soll eine der wichtigsten und spannendsten Epochen der Basler Stadtgeschichte, das Frühmittelalter, neu betrachtet werden. Diese umfasst einen Zeitabschnitt, in dem sogenannte «Völkerwanderungen» angenommen werden und das spätantike Basilia bzw. frühmittelalterliche Bazela aufgrund seiner Lage an der Grenze des Weströmischen Reiches Schauplatz zahlreicher politischer, kultureller und wirtschaftlicher Interaktionen wurde. Der fragliche Zeitraum ist jedoch nach wie vor stark von umstrittenen (Völkerwanderungs-)Narrativen geprägt , die sich aus der Interpretation der antiken Schriftquellen bildeten, sodass eine rein ethnische Kategorisierung der archäologischen Funde und Befunde in Basel eine zentrale Rolle spielt. Mit diesem Projekt wird nicht nur eine bisher fehlende zusammenfassende Auswertung der frühmittelalterlichen Gräberfelder Basels , sondern auch eine Interpretation archäo(bio)logischer Daten vorgelegt, die weit über die bisherigen Studien zur «Völkerwanderungszeit» in Basel hinausgeht und sich der aktuellen europaweiten Forschung zu diesem Thema anschliesst. Von zentraler Bedeutung für die Frühgeschichte der Stadt Basel ist in diesem Kontext die Klärung der Frage, ob sich die traditionellen, ausschliesslich auf geisteswissenschaftlichen Methoden basierten und heute kontrovers diskutierten Migrationswellen der sogenannten Alamannen, Franken und Donausueben innerhalb und an der Grenze des romanischen Gebiets von Basilia bzw. Bazela verifizieren lassen. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die spätantiken und frühmittelalterlichen Gräberfelder Basels). Diese sind geographisch über das gesamte Stadtgebiet beiderseits des Rheines verteilt, der bis zum Ende des 5. Jh. n. Chr. die Reichsgrenze bildete. Die Bestattungsplätze decken den Zeitraum zwischen dem 4. und 8. Jh. n. Chr. ab und stellen somit einen einmaligen und repräsentativen Überblick über eine Zeitspanne von fast 400 Jahren dar. Grundlegende anthropologische und chronologische Angaben müssen jedoch aktualisiert bzw. anhand von Radiokarbondatierungen verifiziert werden. Eine neue (und aktuell bereits laufende) Auswertung des archäologischen Materials zeigt aber konkretere Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten in den lokalen Bestattungspraktiken und in den klein- bis weiträumigen Beziehungsgeflechten der verschiedenen frühmittelalterlichen Gruppen auf. In diesem Zusammenhang ermöglicht die Analyse von Strontium-, Sauerstoff- und Kohlenstoffisotopen an ausgewählten Skeletten, lokal von nicht-lokal aufgewachsenen Individuen zu unterscheiden. Dabei lassen Methoden der physischen und Humangeographie ein grundlegendes Verständnis der anthropogenen Nutzung des Umlandes und daher der Zusammensetzung der (Strontium-)Isotopenverhältnisse im Skelett der lokalen Menschen erkennen. Die Nachkommen fremder Individuen lassen sich zudem über spätere Generationen anhand von aDNA-Analysen unterscheiden, was die Rekonstruktion der Migrationsgeschichte ebenso wie die Untersuchung von Kontinuitäten verfeinert. Überdies werden hiermit die ersten kombinierten Isotopen- und aDNA-Daten für diese Zeit in diesem Raum generiert, sodass - insbesondere hinsichtlich der bisher unterrepräsentierten genetischen Daten - das Projekt auch eine wichtige Grundlagenarbeit darstellt. Die gemeinsame interdisziplinäre Auswertung der Daten führt schliesslich zu einer möglichst objektiven Rekonstruktion der spätantiken und frühmittelalterlichen Sozialstruktur, Subsistenzstrategien und Mobilitäts- bzw. Migrationsmuster in Basel. Unsere Ergebnisse zu den heute hochaktuellen Themen «Identität» und «Integration» werden nicht nur der wissenschaftlichen community , sondern auch der breiten Öffentlichkeit vermittelt , was u.a. durch die Einbindung in das seit 2018 angelaufene Projekt Stadt.Geschichte.Basel gewährleistet ist.

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Dissertationsprojekt von Margaux Depaermentier: "Frühmittelalterliche Sozialstruktur in Basel aus archäologischer und naturwissenschaftlicher Sicht" (Arbeitstitel)

Research Project  | 5 Project Members

Im Fokus des Dissertationsprojekts stehen die spätantiken und frühmittelalterlichen Nekropolen Basel-Aeschenvorstadt (4. - 7. Jh. n. Chr.), Basel-Kleinhüningen (Mitte 5. - Anfang 8. Jh. n. Chr.), Basel-Bernerring (ca. 540 - 600 n. Chr.), Basel-St. Theodor (2. Hälfte 6. - 8. Jh.n. Chr.), Basel-Waisenhaus (5. Jh. n. Chr.) und Basel-Gotterbarmweg (2. Viertel 5. Jh. - 520/530 n. Chr.). Im Rahmen des Dissertationsprojekts sollen sowohl die absolute und relative geographische, topographische und geologische Situation, die chronologische Entwicklung und die allgemeine Organisation der Gräberfelder, als auch die Grabanlagen und -ausstattungen zur Rekonstruktion der frühmittelalterlichen Bestattungspraktiken untersucht und miteinander verglichen werden. Dabei interessiert u.a., ob ein Muster nach chronologischen Phasen, nach Geschlecht und/oder Alter, nach Grabausstattung, -ausrichtung und -anlage, oder nach festgelegten sozialen Merkmalen festzustellen ist. Darüber hinaus soll auch Frage nach der «Gründergeneration» bzw. dem ältesten Bestattungshorizont in den erwähnten Gräberfeldern anhand von typo-chronologischen Methoden, C14-Datierungen und auf Basis von bereits publizierten Arbeiten untersucht werden. Einen zweiten Schwerpunkt bilden Isotopenanalysen von ausgewählten Skeletten aus den erwähnten Nekropolen. Mit Strontium- und Sauerstoffisotopenanalysen werden die bisher vorherrschenden Völkerwanderungsnarrative durch eine neue, neutralere Perspektive in Frage gestellt, wobei die kleinräumige Mobilität ebenfalls und erstmals berücksichtigt werden . Zudem sollen komplementäre Stickstoff- und Kohlenstoffisotopenanalysen einen Einblick in die Ernährungsgewohnheiten erlauben und somit die Forschungslücke der Subsistenzstrategien und ihre Entwicklung in Laufe der Zeit zu schließen. Dabei wird auf die Repräsentativität und die Aussagekraft der Stichproben besonderen Wert gelegt, um die angewendeten Methoden jederzeit auch quellenkritisch hinterfragen zu können. Dank anderer Forschungs-Projekte (u.a. zur keltischen Siedlung Basel-Gasfabrik) liegt bereits eine ausreichende isotopische Grundkartierung für Basel und Umgebung vor, so dass die im Rahmen des Dissertationsprojekts erhobenen Isotopendaten auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene interpretiert werden können.

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Forschungsprojekt Basel-Spitalfriedhof

Research Project  | 10 Project Members

Das an der Schnittstelle zwischen Natur- und Geisteswissenschaften angelegte Basel-Spitalfriedhof-Projekt erforscht eine Serie von über 500 identifizierten Skeletten (oder Teilen davon) und über 900 zugehörigen Krankenakten . Das Projekt verfolgt zwei ehrgeizige Ziele: Die aussergewöhnliche Datengrundlage von identifizierten Skeletten, Krankengeschichten und genealogischen Recherchen erlaubt es, die Aussagekraft naturwissenschaftlicher Methoden - etwa die Geburtenzahlen anhand der Zahnzementanomalien - zu überprüfen und neue Methoden zu entwickeln. Zum andern sind die menschlichen Skelette ein Bioarchiv, aus dem sich Erkenntnisse über die Gesundheits- und Ernährungsverhältnisse, die Verbreitung von Krankheiten sowie die Lebensumstände der städtischen Unterschicht im Übergang zur industriellen Gesellschaft gewinnen lassen. Das Projekt umfasst ein gleichnamiges Bürgerforschungsprojekt , das umfangreiche Datenserien wie Krankenakten transkribiert, retrospektive Krankheitsdiagnosen durchführt, Spitaldaten oder Volkszählungsunterlagen erfasst und genealogische Forschungen durchführt. Oberstes Gebot bei der Forschung an Skeletten ist ein respektvoller Umgang mit den menschlichen Überresten im Bewusstsein, dass hinter jedem Skelett ein Mensch mit einer eigenen Persönlichkeit steht. Die Forschungen haben klar umschriebene Ziele. Nicht zuletzt geben sie den Verstorbenen - zumeist wenig privilegierte Frauen und Männer, die keine persönlichen Zeugnisse hinterlassen haben - eine Stimme.

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Die Zahnzementanalyse: Eine kritische Überprüfung der Methode und ihrer Möglichkeiten zur Erfassung von Schwangerschaften und Krankheiten

Research Project  | 4 Project Members

Tooth cementum annulation (TCA) has been conducted by wildlife biologists since decades and in humans since 1980s to assess age at death or tooth extraction. Cementum is a mineralized tissue covering the tooth root and is deposited lifelong. It has a relatively homogenous pattern and is just interrupted by incremental lines representing phased deposition of cementum (picture below). These incremental lines are visible in the microscopic view in thin histological sections of the tooth cementum due to the difference in optical density (picture below). The tooth cementum analysis has also been used successfully by wild biologists to reconstruct the reproduction history of mammals. Stressful periods such as pregnancy, lactation or diseases can result in an irregular cementum line (stress marker) (picture below). Such abnormal lines have also been described in human studies and could be linked with pregnancies and diseases affecting the calcium metabolism. More research is needed to understand the tooth cementum annulation and the potential mechanism, which is responsible for this continuous apposition and which can lead to stress markers.

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Dissertationsprojekt von Simon Kramis: Tote in der Stadt - Anthropologische Bearbeitung von menschlichen Überresten aus dem Siedlungsareal einer römischen Koloniestadt (Augusta Raurica⁄Schweiz)

Research Project  | 4 Project Members

" Tote in der Stadt - Anthropologische Bearbeitung von menschlichen Überresten aus dem Siedlungsareal einer römischen Koloniestadt (Augusta Raurica/Schweiz) " Ziel des Projektes ist es, sämtliche Knochenfunde menschlicher Überreste aus dem Siedlungsperimeter der Römischen Koloniestadt Augusta Raurica auf möglicherweise vorhandene Merkmalsmuster hin zu untersuchen. Diese Merkmale beinhalten anthropologische (z.B. Geschlecht, Sterbealter) und taphonomische (z.B. Oberflächenerhaltung, Tierverbiss) Daten. Daneben sollen die Funde (insbesondere auch die Altfunde) auf Grundlage des Siedlungsplanes kartiert werden. Es sollte auch möglich werden abzuschätzen, inwiefern Deponierungen innerhalb von Siedlungsgebieten dem Katalog an Möglichkeiten des Umgangs mit Toten in römischer Zeit hinzugefügt werden müssen.

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Theo, der Pfeifenraucher

Research Project  | 69 Project Members

Das Projekt " Theo, der Pfeifenraucher " ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, in dem Natur- und Geisteswissenschaften sich optimal ergänzen. Das Projekt setzt sich zum Ziel, ein bis anhin anonymes Skelett zu identifizieren und dessen Lebensalltag um 1800 zu erforschen. Drei unterschiedliche Quellengattungen dienen dabei als Grundlage: Im Bioarchiv menschliches Skelett liegen in Knochen und Zähnen individuelle Informationen zum Aussehen, Herkunft, Arbeitsbelastung, Ernährung und Gesundheit vor. Schriftquellen ermöglichen Einblick in die Lebensbedingungen historischer Bevölkerungen, können jedoch selten konkret auf den Lebensalltag eines Unterschichtsahngehörigen eingehen. Zeitgenössische bildliche Darstellungen stellen eine weitere wichtige Informationsquelle zur Alltagsgeschichte städtischer Bevölkerungen dar, die sozialkritisch evaluiert sein will. Die Synthese der Forschungsergebnisse soll einerseits die Identifizierung der gesuchten Person ermöglichen. Andererseits soll der Lebensalltag eines Menschen aus einer unteren sozialen Schichten erforscht worden. Im Zentrum stehen dabei die Fragen nach Wohnsituation, Freizeit, Krankenpflege, Lebensunterhaltskosten, Ernährung und Gesundheit der Unterschicht der städtischen Bevölkerung Basels um 1800. Die Ergebnisse sollen in Form einer Publikation einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Projekt starte im Jahr 2007 im Naturhistorischen Museum Basel mit der interaktiven Ausstellung "Theo, der Pfeifenraucher". Mit der Ausstellung wurde die Bevölkerung aufgefordert, bei der Identifizierung eines Skeletts mitzuarbeiten. Das Projekt war von Beginn an als Experiment konzipiert und hatte neben den bereits erwähnten Forschungsschwerpunkten ebenso zum Ziel, die Bevölkerung aktiv in der Forschungsarbeit zu "Theo" mit ein zu beziehen. Mit dem Aufruf zur Mitarbeit sollte die Trennung zwischen aktiver Forschung und "passiver", "konsumierender" Öffentlichkeit aufgehoben werden. Wer sich für das Forschungsprojekt interessierte, konnte an der Identifizierung Theos mitarbeiten. Dieses Konzept der "Citizen Science" hat sich bewährt und über 50 ehrenamtliche Mitarbeitende haben das Projekt substanziell gefördert.