Schwarzes Gold und schillernde Sammlungen. Spuren einer globalen Petroleumscape in ethnografischen Museen der Schweiz
Research Project | 01.08.2023 - 31.01.2028
Das Forschungsprojekt «Schwarzes Gold und schillernde Sammlungen» untersucht einerseits die Rolle von Schweizer Geolog*innen bei der Exploration von Erdölgebieten ab 1900. Sie arbeiteten für internationale Erdölfirmen und Kolonialregierungen, doch weshalb kamen gerade sie für diese Tätigkeit in Frage? Andererseits geht es um den Umfang und die Bedeutung der materiellen ‹Rückflüsse› für ethnografische Museen in der Schweiz: Die Arbeitsaufträge ermöglichten es zahlreichen Geolog*innen, nebenbei kulturhistorische und fotografische Sammlungen anzulegen. Die Dissertation nimmt die Schnittstellen zwischen der ethnologischen Provenienzforschung, dem (kulturellen) Extraktivismus, der Schweizer Form von Kolonialismus ohne Kolonien und globalen Wirtschaftsentwicklungen in den Blick und zeigt auf, wie diese Bereiche in Form von materiellen und visuellen Dingen im Museum der Kulturen Basel und im Bernischen Historischen Museum zusammenlaufen. Mit einem mikroanalytischen Fokus auf die Basler Geologen und deren Netzwerk werden diese Verstrickungen ausgearbeitet.