Zwischen zwei Welten – Die Hebamme als Vermittlerin der Idee der Spitalgeburt
PhD Project | 07.10.2021 - 31.03.2027
Die Transformation von der Hausgeburt zur Spitalgeburt hatte nicht nur einen Auslöser, sondern war multifaktoriell. Verschiedenste neue Entwicklungen liessen die Spitalgeburt direkt aber viel öfter indirekt als die sichere Alternative erscheinen. Neue Auffassungen über die Geburt und neue Möglichkeiten, die das Spital zu bieten versprach, mussten die Frauen aber erst erreichen und viele von ihnen waren nicht einfach erreichbar. Sie lebten weit entfernt von urbanen Zentren und die dort entstehenden neuen Ideen. Es waren aber auch Frauen, die sich in sozialen Schichten und gesellschaftlichen Kreisen bewegten, in denen neue Konzepte nicht aufgrund physischer Distanz sie nicht erreichten, sondern wegen fehlendem Kontakt oder Vertrauen zu den Ideenurhebern. Für solche Frauen wirkte die Hebamme, welche ebenfalls aus diesen Schichten oder aus solchen Orten stammte, als Vermittlerin solcher neuen Ideen und Auffassungen. Die Arbeit untersucht also die Rolle der Hebamme als Vermittlerin und Katalysatorin der Idee von der Spitalgeburt und ihrer Umsetzung und beschreibt sie folglich nicht in erster Linie als Modernisierungsgegner.
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